Verspannter Körper durch Gedanken?

Betrachte einmal Deine Gedanken während Deines Alltags. Du wirst feststellen, dass Du nur sehr selten wirklich bei Dir bzw. bei der Ausführung Deiner momentanen Tätigkeit bist.
Du bearbeitest Dokumente, während Deine Gedanken um Deinen Feierabend kreisen. Du reparierst gerade etwas, während Du über ein aufwühlendes Ereignis von gestern sinnierst. Du betreust Kinder und denkst darüber nach, wem Du am Wochenende zu Deiner Feier einladen sollst. So oder so ähnliche Gedankengänge begleiten Dich den ganzen Tag.

Die Fähigkeit Deine Gedanken in die Zukunft oder Vergangenheit reisen zu lassen, ist durchaus eine ziemlich interessante Sache. Das ganze hat nur einen klitzekleinen Haken –

Dein Körper und Gemüt sind ständig vergangenen oder zukünftigen Impulsen ausgesetzt!

Nicht so schlimm meinst Du? Na dann überleg mal, mit was sich Deine Gedanken – dank unserer Konditionierung – so die meiste Zeit beschäftigen. Na, was ist es? Richtig! Probleme. Probleme aus der Vergangenheit und Probleme die eventuell, vielleicht morgen, vielleicht in 3 Monaten oder ein paar Jahren so eintreten könnten, aber nicht müssen.

Gedanken und Gefühle

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Dir ist sicher nicht entgangen, dass Deine Gedanken Gefühle und Deine Gefühle sofortige körperliche Reaktionen verursachen. Denkst Du an Deine lustige Freundin, musst Du lächeln. Denkst Du hingegen an Deinen nächsten Pflichtbesuch bei einem anstrengenden Verwandten, zieht sich bei dir evtl. schon alles zusammen. Angenehme Gefühle signalisieren Deinen Körper zu entspannen. Unangenehme Gefühle bringen Deinen Körper allerdings dazu Stresshormone auszuschütten. Je nachdem wie unangenehm sich Deine Gefühle anfühlen, signalisieren sie Deinen Körper in den Schutzmodus umzuschalten – also Muskeln anspannen, Durchblutung auf zum Überleben wichtige Zentren konzentrieren, Denkfähigkeit reduzieren und auf instinktives Handeln umschalten. Für eine Flucht äußerst effektiv. Für Deinen Arbeitsalltag doch eher störend. Außer Du bist der Meinung, dass Dich im Büro ein Löwe anspringen könnte. Dann solltest Du natürlich immer bereit sein, schnell Deine Beine in die Hände nehmen zu können! Eher unwahrscheinlich meinst Du? Ja, da könntest Du recht haben.

Nachdem Du also die meiste Zeit über vergangene oder zukünftige Probleme sinnierst, kommen in Dir ziemlich viele unangenehme Gefühle auf. Du signalisierst Deinen Körper also, dass es besser sei, wenn er sich anspannt. Aber nicht, weil gerade eben die Notwendigkeit dazu besteht. Nein, nur auf Grund Deiner vergangen oder zukünftigen Gedankengänge. Denn in dem kurzen Augenblick, den man als Gegenwart bezeichnet, gibt es keine Probleme. Der Moment der Gegenwart ist immer vollkommen. In ihm herrscht immer Ruhe, Gelassenheit und ein friedvolles Gefühl. Die Kunst besteht darin aus den antrainierten zukunfts-vergangenheits-Karussell heraus zu hüpfen und sich in die Gegenwart fallen zu lassen. Den ersten Schritt kannst Du machen, indem Du Dich öfters am Tag selber fragst

Wie fühlst Du Dich jetzt gerade?

Stellst Du Dir aufrichtig diese Frage, bist Du automatisch dazu gezwungen, Deine Aufmerksamkeit auf diesen Moment zu richten. Na, hast Du es gerade versucht? Und, was ist passiert? Haben sich Deine Gedanken für einen kurzen Moment beruhigt und es ist zumindest für einen Bruchteil einer Sekunde Ruhe aufgetaucht? Gratuliere, Du hast soeben Deinen ersten kleinen Schritt Richtung Gegenwart und der daraus resultierenden Entspannung gemacht.

9. April 2013 | Schlagworte: ,